Industriearchitektur trifft Wohnarchitektur
Die Industrialisierung in Europa Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte die Welt auf vielfache Art und Weise. Es entstanden große Fabriken, neue Verkehrswege und Arbeiterstädte. Nicht nur das Tempo in dem produziert wurde stieg an, sondern auch das Tempo, in dem gebaut wurde. Dabei kam ein neuer Werkstoff der neuen Industriearchitektur zu Hilfe: Stahl.
Aus Stahl in Kombination mit Stein, Beton oder auch Glas konnte man riesige Maschinenhallen, Hochhäuser und Brücken konstruieren. Die Arbeit des Baumeisters bestand nunmehr vorwiegend in statischen Berechnungen und technischen Konstruktionen. Für Verspieltheit war nur noch wenige Zeit und Raum. Erst später kamen im Jugendstil einige klassizistische Merkmale wieder zum Vorschein. Und so änderte sich auch die Berufsbezeichnung vom klassischen Baumeister in „Architekt“. Die funktionelle Bauweise brachte während ihrer Erfindung zahlreiche Stilrichtungen hervor. Die bedeutendste davon war zweifelsohne die des Bauhauses. Aber auch die Monumentalbauten des 3. Reiches bis hin zu den Plattenbauten des sozialen Wohnungsbaus zählen dazu.
Die Architektur aus Stahl und Glas eröffnete auch ganz neue Möglichkeiten in Bezug auf die Nutzung der Sonnenenergie. Glasfassaden, Glasdächer und ganze Glasgebäude prägen heute unsere Städte sowohl in industriellen und öffentlichen Bereichen als auch im Wohnungsbau. Das machte natürlich auch die Entwicklung von flexiblen Sonnenschutzanlagen notwendig, mit denen man Sonnenenergie entsprechend dosieren kann. Dazu dienen Rollläden und Markisen von außen ebenso wie Jalousien und Dachfensterrollos von innen.
Die beliebteste Schöpfung des Glaszeitalters ist sicherlich der Wintergarten, in dem es möglich ist, eine ganz eigene Klimazone innerhalb seiner Wohnung zu schaffen. Im Winter genügen wenige Sonnenstrahlen, um darin eine milde Wärme zu erzeugen, im Sommer können fast tropische Zustände mitten in Europa zustande gebracht werden. Der Treibhauseffekt wurde entdeckt. Die meisten Wintergärten werden heute jedoch zu Wohnzwecken genutzt. Man nutzt ihn als geschütztes Esszimmer im Freien, als Atelier, als Wellnessoase oder Wohnzimmer. Man schützt sich hier sich hier mit einem Faltstore oder anderen variablen Sonnenschutzanlagen vor zu starker Sonneneinstrahlung und neugierigen Blicken. Die Aussicht und die Natur werden so auch zum Bestandteil der Innenarchitektur, was wiederum große Auswirkungen auf die Wohntrends von heute hat.